In der Logopädieausbildung erwartet die Studierenden eine Vielzahl theoretischer Fächer: Abgesehen von den logopädischen Störungsgebieten (Aussprachestörungen, Sprachentwicklungsstörungen, Stimmstörungen, neurologische Sprachstörungen uvm.) gibt es Inhalte aus dem Bereich der Medizin (u.a. Anatomie, Physiologie Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde), der Pädagogik, der Soziologie. Es gilt also, sich eine große Menge theoretischen Fachwissens anzueignen. Fast noch entscheidender jedoch ist es, im Laufe der dreijährigen Fachschulausbildung eine therapeutische Persönlichkeit zu entwickeln, die in der Lage sein wird, professionell mit den vielen unterschiedlichen Menschen umzugehen, die zu LogopädInnen in die Therapie kommen. Deshalb ist die starke Praxisausrichtung zu begrüßen, denn bereits ab dem zweiten Semester werden eigene Therapien an der Lehranstalt unter Supervision der LehrlogopädInnen durchgeführt.  Zusätzlich dazu finden im gesamten Ausbildungsverlauf fünf externe Praktika á 4 Wochen statt, in denen die praktischen Erfahrungen vertieft und erweitert werden.

Um die notwendigen personalen und sozialen Kompetenzen, die als TherapeutIn notwendig sind, zu fördern, werden an der Schule für Logopädie in Kiel auch theaterpädagogische Methoden genutzt.

Eine Veranstaltungsreihe unter dem Titel „So oder anders – Wahrnehmung und Spiel“ verfolgt dabei u.a. die nachfolgenden Ziele:

– Entwickeln, Erproben und Erweitern kreativer, spielerischer Ausdrucksformen/-möglichkeiten

– Wahrnehmen von Körperzuständen und Emotionen in ungewöhnlichen Situationen

– Sich Erleben in exponierten Situationen

– Flexibles Wechseln zwischen Rollen

– Sensibilisierung für nonverbale Signale

– Erfahren von Nähe und Distanz

– Erleben von Statusunterschieden          uvm.

In den Reflexionen nach den Einheiten können die Teilnehmerinnen für sich Verbindungen herstellen zu ihrer therapeutischen Entwicklung und überlegen, inwieweit sich die gemachten Erfahrungen und erlebten Übungen im logopädischen Alltag nutzen lassen könnten.

Weitere positive Aspekte sind, dass sich die TeilnehmerInnen untereinander in anderen Zusammenhängen als dem Schulalltag erleben und die Veranstaltungen als angenehme Abwechslung zu den Theoreiestunden erlebt werden.

Norbert Frantzen, Regine Schulz

 

Veröffentlicht von Norbert Frantzen

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