Der Aufenthalt auf dem Wasser in einem nicht-motorisierten Fahrzeug ist für viele Menschen verbunden mit genussvoller Stille und Kontemplation: nur das Plätschern des Wassers ist zu hören, wenn es sich sanft am Kiel des Bootes bricht oder die Paddel behutsam aber elegant-kraftvoll eingetaucht werden. Hin  und wieder dringt das aufgeschreckte Rufen eines Wasservogels an das sich vom Alltagslärm erholende Ohr oder der laue Wind lässt das Laub der Bäume, die den Wasserlauf umgeben, angenehm leise rascheln.

Nicht so, wenn 40 LogopädInnnen als VertreterInnen eines kommunikationsintensiven Berufs eine Kanutour machen. Dann erschallen lautstark tragfähige und physiologisch geführte Stimmen von Boot zu Boot und die erzeugten akustischen Wellen konkurrieren leicht disharmonisch mit dem durch die Paddel wild aufgewühlten Wassergekräusel. So geschehen beim alljährlich stattfindenden Ausflugstag der Schule für Logopädie, Kiel, der diesmal auf der Schwentine stattfand. Nachdem im letzten Jahr eine Wattwanderung mit neurologischer Anatomie verknüpft wurde (siehe Beiträge „Einmal im Jahr“ und „Watt-die Zweite“) wurde diesmal bewusst auf Fachliches verzichtet und lediglich der Spaß sollte im Vordergrund stehen. Der stellte sich dann auch ein, nachdem sich die Besatzungen der Vierer-Kanus erst einmal eingespielt hatten. Ein Picknick nach der Hälfte der Strecke gab neue Kraft für die Rückkehr zur Holsatiamühle in Dietrichsdorf. Alle zehn Boote kamen mit vollständiger Besetzung wieder trocken an, da uns auch der norddeutsche Sommer wohlgesonnen war und ein kurzes Stell-dich-ein gab.

(Aus den üblicherweise gut unterrichteten Kreisen war zu vernehmen, dass ein abschließendes Rennen zwischen dem Boot, das überwiegend von LehrlogopädInnen besetzt war und einem Boot mit Teilnehmerinnen des Oberkurses letztendlich sehr eindeutig durch einen Fehler des Steuermannes entschieden wurde.)

Wohin wird es im nächsten Jahr gehen? In den Hochseilgarten oder ins Museum? Wir werden sehen und dementsprechend berichten.

P.S. Für alle Fans der Stille noch ein link www.lautsprecher-aus.de

Veröffentlicht von Norbert Frantzen

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Beatrice Rathey-Pötzke Beantworten

    Lustig, der Artikel und der Auflugstag…und Steuermann heißt in diesem Kontext – nur um die nichtwissenden LeserInnen im Boot, äh Bild zu halten – Autor des Artikels, richtig?!

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