„Übelsetzungen“

LogopädInnen haben ja nie wirklich Urlaub: auch in den lieblichen Urlaubsregionen gibt es sprachliche Auffälligkeiten, die dem geschulten Blick der SprachtherapeutInnen natürlich nicht entgehen. Gemeint sind Speisekarten, Hinweisschilder und Tafeln, auf denen Informationstexte, Angebote, Verbote o.ä. von der Landessprache in mehrere andere Sprachen übersetzt werden. Diese Versuche, ein zumindest sprachlich internationales Flair zu verbreiten, sind allzu häufig nicht ganz gelungen. Da es der logopädischen Berufsehre nicht gut stehen würde, können solche Herausforderungen nicht ignoriert werden. Deshalb wird die ganze geballte Fachkompetenz der Verständnisabsicherung aktiviert, um diese unfreiwilligen (??) sprachlichen Entgleisungen zu interpretieren, was trotz des know-how nicht immer gelingt. Dann bleibt die ratlose Frage: „Was wollen uns diese Worte sagen?“

Manchmal fragt man sich auch, ob es die Hersteller dieser Übersetzungen eigentlich wirklich nicht besser gekonnt hätten oder ob die Dolmetscher nicht gerade dafür bezahlt werden, möglichst kuriose Konstruktionen zu kreiieren: damit durch die kurzweilige Beschäftigung mit diesen Knobelaufgaben etwas heiteres Licht in verregnete Urlaubstage fällt oder nach allzu heißen Strandtagen die durch die Hitze verklebten Hirnwindungen wieder auf Trab gebracht werden können. Wie auch immer.

Inzwischen gibt es zahlreiche Sammlungen solcher sprachlicher Besonderheiten, wie z.B. von Langenscheidt „Übelsetzungen – Sprachpannen aus aller Welt“, Batian Sick „Happy Aua“ um nur ein paar wenige zu nennen, aber am schönsten sind natürlich die Schätze, die man selber entdeckt hat.

Wie  z. B. „Erinnern die Vorhang anzuschliessen wenn duschen. Abwischen die gansen wasser. Danke.“ so zu lesen im Sanitärraum eines norwegischen Campingplatzes.

Und wie war Ihr Urlaub? Haben Sie auch etwas derartiges gefunden? Senden Sie uns doch Ihre Lieblingsschild zu (nicht das Original!), sondern als Text oder Foto.

Veröffentlicht von Norbert Frantzen

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