Teletherapie bei Aphasiepatienten nach Schlaganfall

Die Behandlung von Menschen, die nach einem Schlaganfall oder anderen neurologischen Erkrankungen eine Sprachstörung entwickeln (eine sogenannte Aphasie), bildet einen Schwerpunkt logopädischer Arbeit. Nachgewiesenermaßen ist die Therapie bei dieser Art von Sprachstörung dann am erfolgreichsten, wenn sie sehr hochfrequent stattfindet. Dieser durch zahlreiche Forschungsergebnisse bestätigte Erkenntnis wird bei den ärztlichen Verordnungen allerdings bedauerlicherweise nicht in ausreichendem Maße Rechnung getragen. Die Vorgaben durch die Heilmittel-Richtlinien geben relativ enge Grenzen vor, so dass die Therapie von Aphasikern in der Praxis durchschnittlich ein- bis zweimal pro Woche stattfindet. Um trotzdem häufigeres Üben zu ermöglichen, werden seit jeher den Patienten Selbstlernaufgaben für zu Hause mitgegeben. In Zeiten moderner technischer Errungenschaften kommen dabei seit einigen Jahren auch verstärkt mediengestützte Verfahren zum Einsatz, um es den Patienten zu ermöglichen, hochfrequent üben zu können.

Die Hochschule für Gesundheit in Bochum hat nun die Studie „Teletherapie bei Aphasie nach Schlaganfall“ durchgeführt (www.diatrain.eu). Untersucht wird die Wirksamkeit eines webbasierten Dialogtrainings, wobei v.a. die Akzeptanz für diese Art von Training und die Verbesserungen der Kommunikationsfähigkeit im Alltag erfasst werden sollen.

Als die Logopädieschule Kiel auf dieses Projekt aufmerksam wurde, entstand die Idee, dass sich zwei Auszubildende des Oberkurses im Rahmen ihrer Projektarbeit mit der Studie beschäftigen. Augenblicklich führen die Schülerinnen mit zwei Patientinnen den Praxisteil durch, bei dem eine Phase der konventionellen Therapie abgelöst wird von einem Durchlauf mit dem Teletherpieverfahren. Vorausgegangen war bereits eine lange Vorbereitungszeit, in der durch Vortests  Aphasiker ermittelt werden mussten, die die Einschlusskriterien erfüllen.

Ende Februar werden die beiden Schülerinnen von ihren Erfahrungen bei der Erstellung der Projektarbeit in einer Veranstaltung mit den Ausbildenden beider Kurs und allen Lehrkräften berichten. Man kann aber jetzt schon festhalten, dass es sich um einen sehr intensiven Arbeitsprozess gehandelt hat, bei dem deutlich wurde, welche Herausforderung wissenschaftliches Arbeiten darstellt.

Die Ergebnisse der bundesweiten Teletherapiestudie werden auch im Laufe des Jahres erwartet. Es ist zu hoffen, dass dieses mediengestützte Verfahren neben der herkömmlichen Behandlung durch Logopäden eine zusätzlich Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit bei aphasischen Menschen erzielt und damit zu einer Erhöhung der Lebensqualität beitragen kann.

Bildnachweis: www.diatrain.eu (13.1.2015)

Veröffentlicht von Norbert Frantzen

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Adalyn Lange Beantworten

    Die Informationen, die Sie hier zum Thema neurologische Untersuchung mitteilen, sind sehr übersichtlich. Jetzt sollte ich eine bessere Entscheidung treffen können. Meiner Meinung nach sollte man dies immer auf eine gut informierte Weise tun.

  2. Nina Hayder Beantworten

    Meine Tochter besucht eine Logopädie. Aus diesem Grund kennen wir auch die Teletherapie. Interessant, dass dies auch nach einem Schlaganfall helfen kann.

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