„Möchten Sie Tee oder Kaffee?“

Lässt man die letzten Artikel auf der Seite der Logopädieschule Kiel Revue passieren könnte man den Eindruck bekommen, dass die Anwesenden hier nichts besseres zu tun haben als aus dem Fenster zu schauen und das bunte Treiben außerhalb des Schlosses zu beobachten. Zur allgemeinen Beruhigung sei versichert: das ist (natürlich) keineswegs so!  Wir hätten zwar noch einen weiteren Bericht über ein Draußen-Event verfassen können, denn letzten Freitag fand -wie allgemein bekannt- die Schiffstaufe eines neuen Kreuzfahrtschiffes statt (und die Vorbereitungen des Bühnenaufbaus und des Soundchecks störten doch hin und wieder etwas die Ruhe in den Schulräumen), aber zur Abwechslung soll es sich noch mal um schul- und logopädiespezifischere Themen drehen.

Der Oberkurs ist mit Beginn des letzten Semesters in die Zielgerade zum Examen im September/Oktober eingebogen. Auch wenn der Herbst noch in weiter Ferne zu sein scheint, hat die Prüfungsphase  bereits vor einigen Wochen begonnen. Denn wie in der LogAPrO (Logopäden Ausbildungs- und Prüfungsordnung) festgeschrieben umfasst das Examen abgesehen von Klausuren und mündlichen Prüfungen auch zwei praktische Prüfungsteile. Zum einen muß eine Behandlung mit einem bekannten Patienten durchgeführt werden. „Bekannt“ heißt in diesem Zusammenhang, dass bereits eine zeitlang mit dem Patienten eigenständig gearbeitet wurde und in der letzten Phase auch keine Supervisionen der LehrlogopädInnen stattfanden. Darüber hinaus findet eine Therapiestunde mit einem „unbekannten“ Patienten statt. Zwei Stunden vor der eigentlichen Therapie erhält der Prüfling Informationen über einen Patienten in Form eines aussagekräftigen Berichts. Auf dieser Basis wird ein Plan für die Behandlung erstellt und diese dann auch durchgeführt. Man kann sich vorstellen, dass die Organisation der praktischen Prüfungsteile eine logistische Herausforderung darstellt, denn bei 20 SchülerInnen müssen 40 praktische Prüfungstermine gefunden werden. Da bei jedem dieser Termine vier Personen beteiligt sind (jeweils zwei FachprüferInnen nehmen die Stunde ab) ist es darüberhinaus immer auch eine sensible Angelegenheit bei der es schon mal zu Erkrankungen einzelner Beteiligter oder anderen Störfaktoren kommen kann. Insofern erklärt sich, warum sich die praktische Prüfungsphase über ein halbes Jahr erstreckt.

Der einmalige Kontakt während der „unbekannten“ Prüfung ist verständlicherweise für alle Beteiligten sehr aufregend. Nicht nur für die SchülerInnen (und immer wieder auch die PrüferInnen), sondern auch für die Patienten, die sich für dieses besondere Prüfungsszenario zur Verfügung stellen. Als kleines Dankeschön winkt ein Präsent mit den Zutaten zu einem aromatischen Heißgetränk und so lautet dann nach der Stunde die Frage an die Probanden:…(siehe oben und Foto)

Veröffentlicht von Norbert Frantzen

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