Hmm, arbeiten oder studieren? – nach meinem Examen zur Logopädin habe ich mich für einen anderen Weg entschieden. Ein Auslandsjahr in Neuseeland:

Au-Pair-sein, backpacking, leben, genießen, Kulturen und Menschen kennenlernen, Zeit haben, entspannen, Englisch lernen, Erfahrungen machen, Gedanken sortieren…dem Alltags- und Lernstress nach dem Abitur und der Ausbildung entkommen – einfach ESCAPE!

Es hat mir gut getan dieses Jahr!

Trotz vieler Zweifel und Sorgen aus meinem Umfeld, wie „Oh Gott, aber dann vergisst du doch alles, was du in den letzten Jahren gelernt hast!“ oder „Meinst du, du findest danach einen Job?! “, habe ich mein Berufsanfängerdasein gut gemeistert. Natürlich ist der Anfang immer etwas aufregend und neu. Man hat viele Fragen und ist unsicher, aber vielleicht hat mir gerade in den ersten Monaten meine neugewonnene neuseeländische Gelassenheit geholfen, mich schnell einzufinden. Nun arbeite ich schon seit knapp einem Jahr Vollzeit in einer kleinen Praxis in Hamburg und fühle mich sehr wohl.

Und obwohl ich momentan sehr zufrieden bin und das Gefühl habe, meinen Horizont durch Fortbildungen und den Austausch mit anderen Kollegen ständig zu erweitern, hat das Studieren seinen Reiz für mich nicht verloren. Ich kann mir durchaus ein Studium in ein bis zwei Jahren vorstellen. Im Moment wirken die deutschen Studiengänge für Logopädie jedoch noch etwas unstrukturiert auf mich (Besuch der Hochschulen, Gespräche mit Praktikantinnen). Viel eher würde mich ein Studium in England reizen, da es das Logopädiestudium dort schon seit vielen Jahren gibt und ich meine Scheu vor dem Englischsprechen ablegen konnte. Finanziell wäre dies jedoch nur durch ein Stipendium möglich.

Aber auch ein anderes sozialwissenschaftliches Studium ist für mich nicht ausgeschlossen. Logopädie lässt sich wunderbar mit anderen sozialen Bereichen verbinden. Und zudem wäre ein solches Studium vielleicht eher finanzierbar.

Meine Gedanken und Ideen sind frei und ich lasse mich jeden Tag von meinen Patienten inspirieren. Ich sammele immer mehr Berufserfahrung, um dann hoffentlich genau zu wissen, in welche Richtung ich mein Wissen vertiefen möchte.

Durch mein Neuseelandjahr habe ich nichts versäumt, sondern dazu gewonnen. Besonders in Bezug auf meine Arbeit als Logopädin. Und auch der Entschluss, direkt nach der Ausbildung ins Ausland zu gehen, war perfekt.

In diesem Sinne ein Sprichwort der Maori:

„Was ist das wichtigste auf der Welt? Menschen, Menschen, Menschen.“

(He aha ten ui i tenei Ao? He tangata, he tangata, he tangata.)

Nina Wegner (Examen im Herbst 2009 an der Logopädieschule, Kiel)

 Hamburg im Januar 2012 

Veröffentlicht von Norbert Frantzen

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Beatrice Rathey Beantworten

    Glückwunsch zu dieser Entscheidung, liebe Frau Wegner! Neuseeland sollte man mal erlebt haben – ein beeindruckend schönes Land, das bei mir während des Reisens viele Gedanken auslöste bezüglich des Mutes oder der Not, die Menschen vor 250 Jahren dazu brachten, sich auf die beschwerliche Schiffsreise in engen Verschlägen dunkler Schiffsbäuche zu machen, ohne mal in Buchhandlungen oder im Internet gecheckt haben zu können, wie dort so ausssieht…Schön, dass Sie so gute Erfahrungen sammeln konnten und davon auch im Berufsleben immer noch profitieren. Und Danke, dass Sie uns daran teilhaben lassen. Beatrice Rathey-Pötzke

  2. Nina Wegner Beantworten

    Vielen Dank für diesen netten Beitrag. Mir war gar nicht bewusst, dass Sie das wundervolle Neuseeland auch schon mal bereist haben. 🙂

    • Beatrice Rathey Beantworten

      Von Singapur aus war es nur noch die halbe Strecke – das musste ich ausnutzen…! 🙂

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