„Was steht denn da?“ werden sich seit einigen Wochen Spaziergänger fragen, die im Bereich des Ostuferhafens der Lichtinstallation des Künstlers Hans Peter Kuhn ansichtig werden. Dabei handelt es sich um 29 sieben Meter hohe Zeichen, die aus je zwei Stableuchten bestehen und auf einer Gesamtlänge von 160 Metern angebracht sind. Der Sinn dieser Kunst im öffentlichen Raum erschließt sich nicht unmittelbar, weil es sich um stilisierte Darstellung eines Symbolsystems handelt, das zwar sehr gut zum maritimen Flair der Landeshauptstadt passt, aber nicht (nicht mehr) jedem Norddeutschen vertraut sein dürfte: es geht um das so genannte Winkeralphabet, das vor der Einführung des Sprechfunks zur Verständigung zwischen den Schiffen eingestzt wurde. Auch LogopädInnen, die zwar an der Schule für Logopädie in Kiel lernen, zahlreiche verbale und nonverbale Symbolen (und Symbolstörungen) zu deuten, werden spontan erst einmal Schwierigkeiten haben, die Bedeutung der Lichtzeichen zu entschlüsseln.

Wer es genau wissen will, der nehme ein Winkeralphabet zur Hand und begebe sich nach Einbruch der Dämmerung bis Mitternacht an das Westufer der Kieler Förde zwischen Carl-Löwe-Weg und Tiessenkai in Holtenau.

Viel Erfolg beim Entschlüsseln einer Botschaft, die sicherlich nicht nur für Seeleute gilt, sondern auch für Landratten hilfreich sein mag.

(Auflösung folgt)

Foto: Gerhard Kassner

Veröffentlicht von Norbert Frantzen

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.