Ein englisches Schiff und eine sehr englische Mittagspause

Für viele Nordlichter, die am Meer leben, ist der Anblick von Schiffen keine Besonderheit. Menschen, die sich häufig im Kieler Schloss aufhalten, z. B. weil sie an der Kieler Logopädieschule die Ausbildung zur Logopädin (zum Logopäden) machen oder dort arbeiten, sehen im Sommer fast täglich große schöne Schiffe, da der Kreuzfahrerterminal direkt vor dem Schloss liegt und der Blick aus dem Fenster so regelmäßig maritime Ausblicke der besonderen Art zu bieten hat. Daher war eine gewisse Verwunderung angesichts des gestrigen Besuchs der Queen Elizabeth II in Kiel schon vorhanden: Die Promenade an der Förde (Kiellinie genannt) war den ganzen Tag über voll mit Menschen, die Stege und Anlegebrücken an der Förde ebenfalls und schon um 6.45h morgens wurden erste Schaulustige in Mönkeberg am Strand gesichtet. Gut, es ist Ferienzeit und Touristen wollen etwas erleben und suchen evtl. jeden Tag nach einem Highlight. Aber der Facebook-Seite der Logopädieschule Kiel war deutlich zu entnehmen, dass auch Einheimische das Einlaufen des schönen Schiffs zum Anlass genommen hatten, sich am Wasser aufzuhalten – und natürlich bot das perfekte Sommerwetter einen weiteren Grund…! Wie auch immer: Wer in der Stadt unterwegs war, fühlte sich in die übliche Verkehrssituation während der KIeler Woche versetzt: Die Straßen waren voll, keine Ferienleere gestern. Was sagt uns das? Vielleicht, dass es ein menschliches Grundbedürfnis zu sein scheint, zu staunen, Besonderes zu erleben, zu feiern, sich mit anderen Menschen zu freuen. Natürlich könnte man sagen, eigentlich hat gestern nur ein weiteres Schiff angelegt und das stimmt. Drei Lehrlogopädinnen haben die Gelegenheit trotzdem genutzt, sich die Mittagspause mit Blick auf den englischen Kreuzfahrer ganz englisch mit ‚cucumber sandwiches, scones, clotted cream, strawberry jam and tea‘ zu versüßen. Und schön war’s!

Veröffentlicht von Beatrice Rathey-Pötzke

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Kerstin Schauß-Golecki Beantworten

    und eine urlaubende lehrlogopädin war am abend in schilksee und hat picknickenderweise – nicht wirklich englisch – mit den kindern das schiff bewundert und die sonne genossen!

    • Beatrice Rathey-Pötzke Beantworten

      Dann haben wir also gewissermaßen – wie wir es ja inhaltlich oft tun – mal wieder gemeinsam in eine Richtung geguckt. Das verbindet! Schönen Urlaub weiterhin! 🙂

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