„Ich weiß gar nicht wo mir der Kopf steht!“ – Kurs 11 präsentiert Hausarbeiten

In den letzten Monaten fanden sich im Stundenplan des Oberkurses der Logopädieschule Kiel zahlreiche Eintragungen folgender Art: „Vorbereitung der Hausarbeiten“.

In diesen Zeiten beschäftigten sich die Teilnehmerinnen aus Kurs 11 entweder jeder allein oder zu zweit intensiv mit einem Thema und verfassten darüber eine schriftliche Arbeit. Ziel ist es dabei, sich ähnlich wie im Studium in ein Gebiet zu vertiefen, wobei zuerst theoretische Literaturrecherchen im Vordergrund stehen. Darauf aufbauend soll die Arbeit aber auch einen praktischen  Teil umfassen, in dem versucht wird, Antworten auf die sich aus den Vorüberlegungen resultierenden Fragestellungen zu erhalten. Das erfolgt entweder in Einzelfalluntersuchungen mit Patienten an der Schule oder mit Hilfe von Fragebogenaktionen, bei denen bereits praktzierende Logopädinnen Auskunft über ihre Erfahrung zu dem speziellen Gebiet geben.

Trotz der dafür frei gehaltenen Zeiten im Stundenplan stellt das Verfassen der Hausarbeit eine große Herausforderung dar und es nicht immer einfach, das Schreiben der Abhandlung und die übrigen Anforderungen des Alltags der logopädischen Ausbildung zu verbinden. Eine gutes Zeitmanagement und strukturiertes Vorgehen (und im Falle, dass zwei TeilnehmerInnen zusammen schreiben, auch gutes sich gegenseitiges Ergänzen) sind hier gefragt.

Der Erarbeitungsprozess schließt nach der Abgabe der 20 bis 30 seitigen Arbeiten mit einer Präsentation ab, an der beide Kurse und die LehrlogopädInnen teilnehmen. In den 20-30 minütigen Vorträgen werden die Inhalte der Arbeit referiert und beschrieben, welche Erfahrungen im Laufe der Zeit gemacht wurden.

Anfand der Woche war es dann für die Auszubildenden aus Kurs 11 soweit, ihre Arbeiten vorzustellen. Egal wie gut die schriftliche Vorbereitung auch sein mochte, so ist es doch aufregend, das Erarbeitete auch mündlich vor ca. 50 Personen darzustellen. Die Art der Präsentationen war dabei ebenso bunt und individuell wie die Themen, von denen hier stellvertretend nur eine kleine Auswahl erwähnt werden kann:

– Herausforderung Aphasie: Der individuelle Umgang von Patienten mit ihrer Aphasie unter salutogenetischen Aspekten

– Der Einsatz von Klangschalen in der logopädischen Therapie

– Die Möglichkeiten des Einsatzes von Pferden in der logopädischen Therapie

– Gesangstechniken im heavy metal

– Aussagefähigkeit der ICS-Skala bei Kindern mit Aussprachstörungen

– Anwendbarkeit der PLAKKS bei geistig behinderten Schulkindern und Erwachsenen

– uvam.

Die Vielfalt der Themen zeigte das breite Spektrum der logopädischen Tätigkeit und eröffnete Ausblicke auf noch neue Gebiete, die dann vielleicht von den Teilnehmerinnen des Unterkurses in ihren Arbeiten weiter verfolgt werden können.

Trotz der Grenzen, die eine solche Hausarbeit hinsichtlich streng wissenschaftlicher Kriterien sicherlich hat, wurde die Zeit der intensiven Beschäftigung mit einem Thema als sehr bereichernd erlebt.

Veröffentlicht von Norbert Frantzen

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