Gestresst? Oder achtsam und ganz bewusst genießend…?

Haben Sie schon mal von Jon Kabat-Zinn gehört? Er ist ein amerikanischer inzwischen emeritierter Biologe, der mit vielen Publikationen zum Thema Achtsamkeit (aber auch Elternsein z. B.) bekannt geworden ist. Er erkannte, dass viele Menschen in der westlichen Welt so gestresst sind, so gehetzt von einer Aufgabe zur nächsten Verpflichtung eilen, dass kaum noch Zeit zum Innehalten bleibt,  zum Spüren, was der Körper gerade vermeldet…kurz gesagt, zum simplen entspannten bewussten ‚Sein‘. In einer Welt, in der es viel um Zahlen, Erträge, Höchstgewinne geht, mag das fast unbedeutend, nicht effektiv – weil nicht Gewinn bringend – klingen. Kabat- Zinn gründete eine Klinik, die Mindfulness-Based Stress Reduction Clinic in Massachussetts,  und das  Center for Mindfulness in Medicine, Health Care, and Society. Im Buch ‚Full Catastrophe Living‘ beschreibt er sehr anschaulich, wie unterschiedlichste Menschen vom Lastwagenfahrer bis zum Wissenschaftler in seiner Klinik wieder gesund wurden und Lebensqualität erlangten – und das als sehr ‚Gewinn bringend‘ erlebten. Seine Forschung zum Zusammenhang zwischen Stress und Krankheit ist umfangreich, seine Bücher sehr lesenswert und sehr anschaulich und gut verständlich geschrieben. Ich schließe mit einem Wort von Jon Kabat- Zinn:

Achtsam zu sein, bedeutet wach zu sein. Es bedeutet zu wissen, was wir tun.

 

 
Veröffentlicht von Beatrice Rathey-Pötzke

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Moron Beantworten

    Genau, das kenne ich von Ilse Middendorf „Der erfahrbare Atem“
    von Moshe Feldenkrais „Bewusstheit durch Bewegung“ von der Eutoniepädagogik nach Gerda Alexander „Die Lehre der Wohlspannung oder Das Wiedererlernen der körperlichen Wahrnehmung“
    Und ich kenne es von Schlaffhorst-Andersen
    „Die 5 Regenerationswege: kreisende-, schwingende-, rhythmische Bewegung, Atmen, Tönen bzw. Lautkraft. Sie alle lehrten Achtsamkeit, Wachheit, Bewusstheit, ganzheitliches Lernen…
    Viele dieser Übungen der oben genannten Autoren, die ich seit 40 Jahren praktiziere, habe ich in dem Buch von Jon Kabat Zinn wiedergefunden. Wirklich ein gutes Buch. Die einzelnen Übungen sind nur in meinen Augen sehr oberflächlich dargestellt. Zudem uniformiert er die Schüler. Er beschreibt ein Übungsprogramm für alle, nach dem Motto: wenn du das machst, machst du alles richtig. Es entfällt die Eigenverantwortung im Übungsprozess und die Individualität bleibt auf der Strecke. Da bleibe ich lieber bei meinen „alten “ Lehrern. Das ist meine Meinung. Meine Freundin hat das Programm nach Jon Kabat- Zinn seit 8 Wochen praktiziert und fleißig geübt. Sie geht neben mir im gleichen Stechschritt wie immer spazieren. Also, hat sie was für den Alltag gelernt?????
    Herzliche Grüße von Eva Moron ASSL und Heilpraktikerin

    • Beatrice Rathey-Pötzke Beantworten

      Es ist sicher richtig, dass Kabat-Zinn an vielen Stellen auf der Welt geguckt hat und viele schon vorhandene Erkenntnisse aufgenommen hat. Mit seiner klinischen Arbeit hat er allerdings eine gewisse Alltagstauglichkeit herbeigeführt und dadurch haben viele Menschen, die vorher wahrscheinlich nicht im Traum daran gedacht hätten, jetzt einen Zugang zu einer anderen Wahrnehmung ihrer selbst und zur Meditation gefunden. Das ist sein großes Verdienst und damit hat er vielen Menschen Gesundheit und Wiedererlangung von Lebensqualität ermöglicht. Und was den Stechschritt betrifft: Achtsames und bewusstes Gehen hat etwas, aber Stechschritt und den Genuss einer flotten Bewegung spüren hat meiner Ansicht auch etwas…Menschen sind eben verschieden! 

  2. Moron Beantworten

    Natürlich, jede Methode hat ihren Wert und „Wer heilt,hat Recht“. In diesem Sinne wünsche ich allen Suchenden zu jeder Zeit die für sie richtigen Lehrer und viel Erfolg bei ihrer Weiterentwicklung.
    Eine genussvolle flotte Bewegung ist dynamisch, wobei die Skelettmuskulatur nur soviel Spannung aufbaut, wie für die Bewegung benötigt wird und in der Lage bleibt die Spannungsverhältnisse blitzschnell zu regulieren, somit den Bewegungsimpulsen anzupassen. Dieser Wechsel von Anspannen und Loslassen, wie wir es vom Atemrhythmus lernen können, ist für die dynamische Bewegungsqualität wichtig. Nur so bleibt eine hohe Flexibilität trotz Schnelligkeit erhalten. Diese Fähigkeit verleiht der Bewegung Geschmeidigkeit. Ich genieße sie beim Tanzen und beim Spazierengehen.
    Viele gute Wünsche und liebe Grüße Eva Moron

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