Der erste Morgen des Jahres

Ein Schwarm Kormorane hat sich im Wasser der Förde versammelt, formiert sich, verändert seine Form, wie Vogelschwärme das faszinierender Weise so tun, aber hier im Wasser statt am Himmel. Gleichzeitig tönt Tangomusik herauf, stimmstark gesungen von der italienischen Sängerin Milva, aufgelegt von meinem Mann. Ein Konzert, das 1998 in Japan aufgezeichnet wurde. Komprimierte Eindrücke am Morgen eines neuen Jahres. Und schon ist fast die ganze Welt zu Haus! Das weckt Fernweh und den alten Wunsch, Japan zu bereisen – so wild funktionieren Assoziationen und so schnell geht das. Von den Kormoranen der Kieler Förde nach Japan, alles Dank der Leistungen unseres phantastischen Gehirns.  Eine Reise nach Japan – nicht nur ein fernes Reiseziel, sondern irgendwie auch ein abwegig ferner Gedanke angesichts von Lockdowns, steigenden Covid 19-Infektionszahlen und der Überlegung, mit wie vielen Menschen ich mich zurzeit überhaupt in einen Raum begeben darf und will. Was wird das Jahr bringen? Eine Reise nach Japan wohl nicht…die Ausnahmesituation, in der sich die Welt befindet, wird wohl noch eine ganze Weile weiter bestehen. Und doch, den Traum gebe ich nicht auf. Die geballte Intensität japanischer Großstädte, die Schönheit der Landschaft, die Ruhe der Zen-Gärten, die alten Klöster, die Gegensätze alter asiatischer Kultur und moderner Technik und nicht zuletzt die japanische Esskultur – ich möchte es mal ,im Original‘ erleben. Was wären wir ohne unsere Träume? – Aber für heute und die nächsten Wochen und Monate werde ich ganz im ,Hier und Jetzt‘ sein, die Schönheit Schleswig-Holsteins genießen, zusammen mit dem Team der Logopädieschule alle Aufgaben, inklusive der besonderen Herausforderungen in Corona-Zeiten, angehen, einen Schritt nach dem anderen und mich an dem freuen, was hier möglich ist. Und ganz nebenbei lasse ich mich inspirieren, tanze und träume ab und zu von dem, was (irgendwann vielleicht wieder) alles möglich sein kann.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern gute Träume und dass sich viele davon erfüllen lassen, dass sie gesund bleiben und froh sind über das, was (gut) ist! Ein glückliches Jahr 2021!

Veröffentlicht von Beatrice Rathey-Pötzke

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