Neulich, morgens… ein früher Therapietermin an der Schule führte zu einer frühen Morgenfahrt durch die noch leere Stadt Kiel. Kaum Menschen auf den Straßen, wenige Autos, noch kein Sonnenaufgang in Sicht. Ohne die Konzentration auf viele andere Autos und den womöglichen Ärger über morgendlichen Stau können die Gedanken wandern. Mein Blick fällt auf das Schaufenster einer beleuchteten Bäckerei. Das einzige Geschäft weit und breit, das schon Helligkeit und Gastlichkeit ausstrahlt und der Vorbeifahrenden die Vorstellung von Wärme und dem Duft nach frisch gebackenen Brötchen vermittelt. Und die Gedanken wandern weiter…Jahre zurück – und erreichen meinen ersten Tag in meiner neuen Studienstadt Newcastle-upon-Tyne, wo ich eine Studienplatzzusage für einen Masterstudiengang Logopädie hatte und mich um Unterkunft und Kontoeröffnung und alles, was sonst noch wichtig ist, wenn man einen Wohnortwechsel vornimmt, kümmerte. Mir fiel wieder ein, was mir bei meinem ersten Gang durch die neue Studienstadt sofort auf-fiel. Mir fiel auf, dass ich nach etwas suchte und es nicht fand. Es waren die Bäckereien, wie sie in Deutschland typischerweise eigentlich an jeder Ecke zu finden sind. Glücklicherweise war an dem Tag eine Kollegin bei mir, die ebenfalls schon eine Weile vorher in Newcastle studiert hatte und sich in allem sehr gut auskannte. Sie ist inzwischen Professorin für Logopädie und hat durch ihre Studien in England und darüber hinaus viele neue Impulse für die Behandlung von Aussprachestörungen in die deutsche Logopädie gebracht. An diesem Tag verhalf sie mir zu etwas sehr Elementarem: Sie zeigte mir, dass ein sehr bekanntes englisches Kaufhaus (Marks and Spencer) eine exzellente Backwaren-Abteilung hat, in der ich nicht nur Brötchen und Brote deutscher Art, sondern u.a. auch ein riesiges Sortiment französischer Backwaren und englischer Spezialitäten fand. Während meiner Studienzeit habe ich diese Abteilung sehr, sehr häufig besucht…denn bei all den neuen Entdeckungen, die man machen möchte, wenn man neue Länder erkundet, so gibt es doch Vertrautes, auf das man über lange Zeit nicht gerne verzichten möchte. Für mich gehört dazu (unter anderem) die unglaubliche Vielfalt von deutschem Brot und deutschen Brötchen…:-)

Veröffentlicht von Beatrice Rathey-Pötzke

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