Brände löschen

LogopädInnen sind es gewohnt, flexibel auf unerwartete Entwicklungen im Umgang mit den Patienten zu reagieren. Zum Glück kommt es in unserem Beruf nur selten vor, dass wirklich lebensbedrohliche Situationen gemeistert werden müssen. Lediglich bei der Behandlung von Menschen mit Kau-/Schluckstörungen ist erhöhte Vorsicht geboten, denn infolge dieser Dyphagie kann es zu Aspirationen kommen (Nahrung gelangt in die Luftröhre).

Auch LehrlogopädInnen müssen immer wieder spontan auf aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen eingehen. In der intensiven Zusammenarbeit während der dreijährigen Ausbildung kann es durchaus zwischen SchülerInnen oder auch zwischen SchülerInnen und DozentInnen zu Momenten kommen in denen kleinere „Brände gelöscht“ werden müssen. Meistens reichen dann vertrauensvolle Gespräche zwischen den Beteiligten und schon ist der Brandherd wieder unter Kontrolle .

Da sich bekanntermaßen Löschschaum nicht zur Lösung zwischenmenschlicher Konflikte eignet, war das jedoch natürlich nicht der Grund, warum die LehrlogopädInnen der Logopädieschule des IBAF im Kieler Schloss in dieser Woche an einer Brandschutzübung teilgenommen haben, bei der sie die Handhabung von Feuerlöschern erproben konnten.

Der Grund lag in allgemeinen Sicherheitsbestimmungen und nach dieser Erfahrung kann nur bestätigt werden, wie sinnvoll es ist, die praktische Erfahrung im Umgang mit den Löschgeräten machen zu können. Es zeigte sich wieder einmal, dass angeleitetes Handeln für das Lernen der beste Weg ist. So können Berührungsängste abgebaut und in akuten Situationen effektiver reagiert werden. (Und ganz nebenbei wurde dadurch auch noch mal bekräftigt, wie sinnvoll die enge Verzahnung von Theorie und Praxis in der Logopädieausbildung ist!)

Aber vielleicht lässt sich sogar das ein oder andere der Strategie bei der Bekämpfung eines realen Feuers daruf übertragen wenn es zwischenmenschlich knistert: denn man soll ruhig bleiben, sich einen schnellen, guten Überblick verschaffen, beachten von wo der Wind weht und dann beherzt auf das Problem zugehen – ganz vernünftiges Verhalten, was sicherlich nicht nur geeignet ist, wenn es wirklich brennt.

Apropos: Im Laufe der langen Geschichte des Kieler Schlosses hat es zweimal gebrannt. Wir hoffen natürlich, so etwas nie erleben zu müssen, aber fühlen uns zumindest etwas mehr gewappnet.

Veröffentlicht von Norbert Frantzen

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