Babys

Ganz kleine Kinder, Säuglinge – um diese geht es in dem Film ‚Babys‘, der am vergangenen Dienstag im Kommunalen Kino Pumpe auf Anregung der Logopädieschule Kiel im Rahmen der Reihe  – Sprechen Helfen Lernen – gezeigt wurde. Die Zuschauer wurden auf 4 Erdteile geführt, auf denen 4 Babys von Geburt an bis zu ihren ersten Schritten von einem Filmteam begleitet wurden. So konnte – zum Teil sehr detailgetreu – beobachtet werden, wie ein kleiner Nomaden-Junge in der Mongolei in einem Zelt zwischen Ziegen und Kühen aufwächst und ein kleines Mädchen in einem Wolkenkratzer in Tokyo seine ersten Lebenserfahrungen sammelt. Die Bildeindrücke wechselten laufend von einem Kontinent auf den anderen. Sahen die Zuschauer gerade noch, wie ein namibischer Säugling von seiner unter einem Baum auf der blanken trockenen Erde sitzenden Mutter gestillt wurde, begegneten sie im nächsten Bild einem amerikanischen Baby, das gerade bei einer Kinderarztuntersuchung gewogen wird. Durch diese Art filmischer Chronologie wurden die Kontraste der Lebenswelten, in denen Kinder aufwachsen, besonders deutlich.

Das – nicht nur für die bei der Filmvorführung anwesenden Logopäden der Logopädieschule Kiel  – Faszinierende daran war und ist, dass alle Kinder in den ersten Lebenswochen spielerisch ihre ersten Laute bildeten, mehr und mehr imstande waren, bewusst Kontakt zu ihrer Umgebung aufzunehmen, Persönlichkeit zeigten und es allen zum Schluss gelang, sich aufzurichten und die ersten Schritte allein zu gehen. Keinen Zuschauer ließ es kalt, die Kontaktversuche mit der Umgebung, erstes Wehrverhalten dem größeren Bruder gegenüber, die Auseinandersetzung mit Katzen, Kühen oder dem eigenen verzweifeten erfolglosen Versuch, Bausteine zusammen zu fügen, zu beobachten und häufig brachte das alles die Betrachter unweigerlich zum Lachen.

‚Babys‘ ist aber auch ein nachdenklich machender Film, der zeigt, wie komplex das genetische Programm ist, mit dem Kinder auf die Welt kommen und welch unglaubliche Bandbreite die Erfahrungen der Kinder dieser Welt prägen. Umso wichtiger erscheint es, wenn die Entwicklung nicht ihre gewohnten Bahnen nimmt, rechtzeitige und fachspezifische Unterstützung z. B. von ärztlicher, logopädischer, physiotherapeutischer etc. Seite anzubieten, um alles zu tun, damit die kleinen Menschen entwickeln können, was sie für ein selbständiges zufriedenes Leben brauchen.

Nach der Vorstellung verweilten die Zuschauer noch eine Weile in ihren Sitzen, um Gedanken zum Film zu äußern und Fragen zu stellen, die von einer Lehrlogopädin der Schule für Logopädie, Frau Schauß-Golecki, beantwortet wurden. Die Gelegenheit zur Diskussion und zum Fragen wird auch nach dem nächsten Film der Reihe bestehen. Am 8. Mai geht es – ganz konträr – um das Thema ‚Demenz‘.

Veröffentlicht von Beatrice Rathey-Pötzke

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