Transsexualität oder Trans*

Logopäden arbeiten an der Stimme. Sie unterstützen Menschen in Sprechberufen vorbeugend, damit ihre Stimme ihren Dienst verlässlich tun kann oder therapeutisch, wenn Probleme wie Heiserkeit auftreten. Diese geschieht unter anderem durch Arbeit an der Atmung, an Haltung und Körperspannung, Artikulation und der Stimmgebung selbst, der Tonproduktion mithilfe der Stimmlippen in unserem Kehlkopf.

Logopäden können aber auch Menschen unterstützen, die im Laufe ihres Lebens merken, dass sie sozusagen im falschen Körper geboren wurden. Diese Menschen werden als transsexuell, transident oder, da es keine übergreifende Einigkeit über einen optimalen Begriff gibt, als Trans mit* bezeichnet. Einige dieser Personen wählen eine rein äußerliche Anpassung an das Geschlecht, mit dem sie sich wohl und richtig fühlen. Sie tragen die Kleidung und passen sich äußerlich an das an, was gemeinhin in der jeweiligen Gesellschaft mit diesem Geschlecht verbunden wird. Andere gehen einen langen mühevollen Weg, in dem sie tatsächliche operative Veränderungen, die zum gewünschten Geschlecht führen, vornehmen. Dem geht ein Weg einer längeren psychologischen Betreuung voraus, in der unter anderem die Konsequenzen einer solch radikalen Veränderung besprochen und geprüft werden und ein einjähriger Alltagstest vollzogen wird. 

Eine der oft gewünschten Veränderungen ist die Anpassung der Sprechstimme, da sie unter anderem über die Tonhöhe in der Regel schnell Aufschluss über das physische Geschlecht gibt. Bei Frau zu Mann transsexuellen Personen, die also im weiblichen Geschlecht geboren wurden, sich aber als Mann fühlen, kann Hormontherapie eine Stimmabsenkung bewirken. Bei Mann zu Frau transsexuellen Personen hingegen ist dies keine Option. Hier gibt es operative Möglichkeiten, aber vor allem auch gute logopädische Interventionsmöglichkeiten der Stimmanpassung, die die negativen Begleiterscheinungen einer Operation ersparen und im besten Fall neben der Anhebung der Sprechstimme viele Aspekte einer an die Geschlechtsidentität angepassten Kommunikationsweise beinhalten! 

(Logopädinnen und Logopäden sei hier die Lektüre des Buches von Kruse, Houben, Lascheit (2016): Stimmtherapie mit Mann-zu-Frau-Transsexuellen, Prolog, Köln empfohlen.

Betroffene Personen finden Beratung z. B. im Magnus-Hirschfeld-Centrum in Hamburg)

Veröffentlicht von Beatrice Rathey-Pötzke

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