Europäischer Tag der Logopädie zum Thema Schluckstörungen

Am 6. März 2017 ist der Europäische Tag der Logopädie, der in diesem Jahr den Fokus darauf richtet, wenn das Schlucken für Patienten zum Problem wird. Wie relevant das Thema ist wird im folgenden verdeutlicht:

Wir tun es bis zu zweitausend Mal am Tag, d.h. ca. 2 mal pro Minute tagsüber, wenn wir wach sind und ca. 1 mal pro Minute im Schlaf. Meistens geschieht es unbewusst, ohne darüber nachzudenken, völlig selbstverständlich, oft auch nur so nebenbei während einer anderen Tätigkeit.

Die Rede ist von der Anzahl der Schluckvorgänge während wir Speichel oder Nahrung oder Flüssigkeit in die Speiseröhre befördern.

Diese automatische, so häufig wiederkehrende Aktion des Schluckens wirkt noch beeindruckender, wenn man bedenkt, dass dabei jedes Mal 50 Muskeln und fünf Hirnnerven perfekt zusammenspielen müssen und der ganze Ablauf in weniger als einer Sekunde erfolgt.

Solch ein fein abgestimmtes System ist natürlich auch störanfällig und dementsprechend gibt es viele Erkrankungen, die zu Störungen der Nahrungsaufnahme führen können.

Solche sogenannten Dysphagien können sich in jedem Lebensalter z.B. bei Erkrankungen/Fehlbildungen/Tumoren im Mund-/Rachen-/Halsbereich oder nach Schlaganfällen oder anderen Erkrankungen des Gehirns entwickeln.

Aufgrund des komplexen Ablaufs des Kauens und Schluckens und der zahlreichen Erkrankungsmöglichkeiten ist es wenig verwunderlich, dass man davon ausgehen muss,

dass Schätzungen zufolge

  • 7% der deutschen Bevölkerung unter mehr oder weniger gravierenden Kau-/Schluckstörungen leidet,
  • 50 % aller Schlaganfallpatienten Symptome einer Dysphagie zeigen
  • jeder zweite Pflegeheimbewohner Probleme bei der Nahrungsaufnahme hat.

Infolge dieser Schwierigkeiten ist nicht nur die Zufuhr lebensnotweniger Nährstoffe eingeschränkt oder gar nicht möglich, sondern die Betroffenen erleben auch einen gravierenden Einschnitt in ihre Lebensqualität: Denn bekanntlich halten Essen und Trinken Leib und Seele zusammen, da sie oft auch mit Geselligkeit, Gemeinschaft, sozialem Leben verbunden sind: denn was ist eine Feier ohne leckere Speisen und Getränke!

Logopäden behandeln Menschen mit solchen Kau-/Schluckschwierigkeiten und versuchen durch die Behandlung sowohl die Kalorien- und Flüssigkeitszufuhr der Betroffenen zu sichern als auch die Lust an der Nahrungsaufnahme aufrecht zu erhalten oder wieder herzustellen.

Der alljährlich stattfindende europäische Tag der Logopädie am 6. März steht in diesem Jahr unter dem Motto „Schlucken-lebenswichtig und nicht immer selbstverständlich“. In diesem Zusammenhang steht die Logopädieschule des IBAF im Kieler Schloss für Fragen zu dem Thema zur Verfügung.

In der Zeit von 10 bis 16 Uhr können unter den Telefonnummern 0431/5577-311 oder 314 auch Fragen zur Logopädie allgemein, zu anderen Störungsbildern und der Logopädieausbildung gestellt werden.

Weiterführende Informationen unter:   www.dbl-ev.de

 

Veröffentlicht von Norbert Frantzen

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