Der „Schlaganfall-Ring“

 

Am Mittwoch, den 12.09.2018 fand im Wissenschaftszentrum Kiel die Fachtagung „Schlaganfall 2019 – Menschen, die den Norden bewegen“ statt, die der Schlaganfall-Ring Schleswig-Holstein seit sechs Jahren einmal pro Jahr organisiert.

Was ist der Schlaganfall-Ring und welche Aufgaben hat er sich zum Ziel gesetzt? Um diese Fragen zu beantworten hilft ein Blick auf seine Internetseite (www.schlaganfall-ring.de):

„Der Schlaganfall-Ring Schleswig-Holstein e.V. ist eine 2014 gegründete Patientenorganisation. Das bedeutet, dass alle Vereinsmitglieder entweder selbst Schlaganfallpatienten oder Angehörige sind – also keine Profis des Gesundheitssystems, sondern Experten aus eigener Erfahrung. Alles, was wir über den Schlaganfall und seine Bedeutung für das Leben und den Familienalltag wissen, wissen wir aufgrund von eigenen Erlebnissen. Diese individuellen Erfahrungen jedes Einzelnen bilden die Grundlage für unsere Arbeit.

Unser Ziel ist es, die Kompetenz der Betroffenen zu stärken und ihre persönlichen Ressourcen zu aktivieren.

Als gemeinnütziger eingetragener Verein und Patientenorganisation haben wir es uns unter anderem zur Aufgabe gemacht, Betroffene zu unterstützen, zu beraten und zu betreuen. Als Experten aus eigener Erfahrung wissen wir, worauf es bei der Arbeit mit Patienten und Angehörigen ankommt. Dabei können wir auf ein umfangreiches und stetig wachsendes Netzwerk aus regionalen Partnern zurückgreifen, um jedem Betroffenen die Hilfe und Unterstützung zukommen lassen zu können, die er benötigt. Unser Ziel ist es, die Kompetenz der Betroffenen zu stärken und ihre persönlichen Ressourcen zu aktivieren. Dadurch wächst die Fähigkeit, selbstbestimmte Entscheidungen über die Lebensführung und den Umgang mit der Krankheit und ihren Folgen zu treffen.“

Auf der Tagung wurden nun sogenannte „best practice“ Beispiele vorgestellt in denen bereits eine gelungene Versorgung nach einem Schlaganfall umgesetzt werden konnte. Moderiert von Susanne Kluge-Paustian fanden kurze Impulsvorträge und Gespräche/Interviews u.a. zu folgenden Themen statt:

  • Stand der Ausbildung zum Schlaganfallhelfer und -mentor
  • Vorstellung einer Studie über die Tätigkeit der Mentoren
  • die Situation auf den sogenannten stroke-units (Schlaganfallintensivstationen)
  • die aktuelle Situation bei den Heilmittelverordnungen und das Problem des Therapeuten-/Fachkräftemangels
  • spezifische Therapiebereiche (Schluckstörungen, neuropsychologische Therapie, Bewegungsgruppen etc.)
  • berufliche Wiedereingliederungsmöglichkeiten

Es ist bewundernswert mit welchem Engagement alle Beteiligten des „Schlaganfall-Ring“ in den letzten Jahren ein weit verzweigtes Netzwerk aufgebaut haben, das betroffenen Schlaganfallpatienten und ihren Angehörigen vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten bietet (Beratung, Informationsbroschüren etc.). V.a. aber ist es sehr zu begrüßen, dass ganz nach dem Motto „Hilfe-zur-Selbsthilfe“ alle Beteiligten an der Verbesserung der Versorgungssituation mitwirken. Denn die Herausforderungen durch die Verschärfungen im Gesundheitswesen können nur bewältigt werden, wenn nicht nur die verschiedenen Berufe und ihre Verbände aktiv sind, sondern auch Patientengruppen für ihre Belange einstehen.

Den LogopädInnen kommt in dem Zusammenhang eine besondere Bedeutung als „Anwalt“ zu, da die Menschen, die im Zusammenhang mit dem Schlaganfall eine Aphasie erleiden, aufgrund eben dieser Sprachstörung nur bedingt in der Lage sind, sich vollkommen eigenständig in der Gesundheitspolitik Gehör zu verschaffen.

Veröffentlicht von Norbert Frantzen

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