11.06.2027 / 09:00 – 16:30 Uhr
12.06.2027 / 09:00 – 14:30 Uhr

Menschen mit schweren und mittelschweren aphasischen Störungen sind in ihrer Handlungsfähigkeit im Alltag und ihrer Teilhabe am sozialen Leben meist stark eingeschränkt. In Hinsicht darauf darf das therapeutische Geschehen nicht allein auf die Verbesserung sprachlicher Fähigkeiten abzielen, sondern muss auf die Durchführung elementarer kommunikativer Aktivitäten im Alltag der Betroffenen ausgerichtet sein. Dabei sind bei schweren Störungen kognitive Ressourcen (z. B. rechtshemisphärische Prozesse) auszuschöpfen. Dieser Zielsetzung entspricht der aktivitätenorientierte Ansatz der Aphasietherapie, der die methodische Grundlage der Fortbildungsveranstaltung liefert; er setzt die Aktivitäten- und Teilhabeziele der ICF konsequent didaktisch um. Eine Übungssequenz besteht aus situationseingebetteten sprachlichen Funktionsübungen und sich anschließenden kommunikativen Aktivitätenübungen; besonderes Augenmerk gilt der Nutzbarmachung von kommunikativen Ressourcen.

Im theoretischen Teil der Fortbildung werden die für ein begründetes therapeutisches Handeln notwendigen neurolinguistischen, physiologischen, psychologischen und sprachdidaktisch-methodischen Grundlagen erörtert. Ebenso kommen wissenschaftlich nachgewiesene Wirksamkeitsprinzipien für die Aphasietherapie zur Sprache. Im praktischen Teil lernen die Teilnehmenden ein auf den theoretischen Grundlagen basierendes begründetes Übungsgeschehen kennen: Sie erfahren, welche Übungen speziell für die Therapie schwerer und mittelschwerer Aphasien mit den jeweiligen sprachlichen und neuropsychologischen Einschränkungen der Betroffenen zur Auswahl stehen und wie das sprachlich Geübte in Aktivitätenübungen überführt werden kann. Im Anschluss daran können die Seminarteilnehmenden in Teamarbeit selbst Didaktisierungen vornehmen.

Inhalte:

• Erarbeitung der kognitiven Grundlagen der Sprachverarbeitung und deren Störung bei mittelschweren und schweren Aphasien
• Vorstellung des aktivitätenorientierten Therapieansatzes mit einem klar strukturierten Ablaufplan für die Therapie schwerer und mittelschwerer Aphasien
• Auseinandersetzung mit den gedächtnispsychologischen Grundlagen der Situationseinbettung des Übungsgeschehens
• Unterscheidung von situationsorientierten sprachassoziierten Übungen und kommunikativen Aktivitätenübungen
• Nutzbarmachung kommunikativer Ressourcen in der Aphasietherapie
• Kennenlernen der wissenschaftlich nachgewiesenen Wirksamkeitsprinzipien für die Aphasietherapie
• Verknüpfung von theoretischem Grundlagenwissen und praxisbezogener Therapieplanung für ein begründetes therapeutisches Handeln
• Operationalisierung der ICF-orientierten Teilhabe- und Aktivitätenziele

Literatur: Weng, I. (2022). Die formelhafte Sprache als Ressource für die Therapie schwerer Aphasien. Die Bedeutung rechtshemisphärischer Prozesse für die Aphasieremission. In: Forum Logopädie 36 (2), 14-21. Weng, I. (2024). Aphasietherapie – Aktivitätenorientierter Ansatz. Theorie und Praxis. Springer, Berlin.

Dozentin Dr. Ingrid Weng, Dozentin in der Logopäd*innenaus- und -weiterbildung, (Co-) Autorin von Therapiematerialien und Fachliteratur zur Aphasietherapie

Stunden / Fortbildungspunkte 14

Gebühr 300 EUR


ANMELDUNG:

Bitte melden Sie sich schriftlich bis vier Wochen vor Beginn Ihres Wunschseminars an
(Name, Anschrift, Telefonnummer, privat und dienstlich).
Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, empfehlen wir eine rechtzeitige Anmeldung an:

Logopädieschule Kiel
Simone Weber
Kieler Schloss, Schlossplatz 1
24103 Kiel
Telefon: 0431 55773-0
E-Mail: fortbildung.logopaedie.kiel@uksh.de